Architektur

Der größte Stolz der Kurortstadt Jurmala ist ihre einzigartige Holzarchitektur. Da die ästhetische Attraktivität und die Eignung des Materials für saisonale Bauten bekannt war und die positiven Eigenschaften und der Einfluss sowohl auf die menschliche Gesundheit, als auch auf die Umwelt geschätzt wurden, wurde im 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts grundsätzlich aus Holz gebaut, deshalb dominieren in der Architektur der Stadt  Holzgebäude. Nur die wohlhabendsten Anwohner konnten zur Planung der Gebäude akademisch gebildete Architekten  heranziehen. Das waren hauptsächlich deutschbaltische und lettische Fachleute, doch in Jurmala ist auch die Leistung von russischen, finnischen und Architekten anderer Nationalitäten zu sehen. Hier kommen die Werke von A. Mödlinger, W. Bockslaff, H. Scheel und E. Laube vor. Die Architektur von Jurmala ist von prachtvollen Holzschnitzereien – Dekoren an Fenstern, Fassaden von Gebäuden und Dächer– geprägt. Hier vertragen sich die Merkmale sowohl des Klassizismus, als auch des Historismus, des Jugendstils, der nationalen Romantik und des Funktionalismus gut.

Bei der Gestaltung der neuen, zeitgenössischen Architektur werden Akzente gesucht, die von der historischen Bebauung kopiert wurden – die dekorativen Holzbretter an den Fassaden, wobei die traditionellen Maße und Maßstäbe eingehalten werden.  

In die Liste der Architekturdenkmäler sind 408 Gebäude aufgenommen worden, 7 davon sind sakrale Bauten – 3 evangelische, 2 katholische und 2 orthodoxe Gotteshäuser. Mehr als 4000 Häuser entsprechen der historischen Bebauung der Stadt. Die Stadt sorgt sich um Erhaltung dieser Gebäude, deshalb sind sehr strenge Anforderungen für deren Rekonstruktion bestimmt.  Die Architektur der Stadt kann man gut kennenlernen, indem man einen Spaziergang durch die 14 kulturhistorischen Zentren der Stadt unternimmt, von Priedaine bis Kemeri.

Routen für Spaziergänge durch die kulturhistorischen Zentren von Jurmala: Priedaine, Lielupe un Buļļuciems, Bulduri, Dzintari, Majori, Dubulti un Jaundubulti, Melluži, Asari un Vaivari, Sloka un Kaugurciems, Ķemeri.